Wie wird das Rezidiv entdeckt?

Jede Patientin mit Eierstockkrebs wird nach erfolgter Operation und Chemotherapie in ein engmaschiges Nachsorgeprogramm aufgenommen. Im ersten und zweiten Jahr finden in der Regel alle drei Monate Kontrolluntersuchungen statt. Danach kann das Kontrollintervall auf sechs Monate ausgedehnt werden. Nach fünf Jahren genügt eine jährliche Untersuchung. Es erfolgt jeweils eine sorgfältige Anamnese sowie eine körperliche Untersuchung, gelegentlich wird auch eine Vaginalsonographie durchgeführt. Bei Patientinnen, die vor der Operation eine Erhöhung des Tumormarkers CA-125 im Blut aufwiesen, kann ein Wiederanstieg dieses Wertes früh einen Rückfall anzeigen. Im Falle von Beschwerden oder eines Markeranstiegs wird zur Diagnosesicherung zusätzlich eine Computertomographie durchgeführt. Wenn bei Diagnosestellung das Karzinomleiden fortgeschritten war (ab Stadium III), werden circa drei Viertel der betroffenen Frauen ein Rezidiv erleiden. Bei frühen Stadien ist dies nur in circa einem Drittel der Fall.

Wie wird ein Rezidiv behandelt?

Der zeitliche Abstand zwischen Beendigung der Chemotherapie und dem Auftreten eines Rezidivs ist der ausschlaggebende Faktor für das weitere therapeutische Vorgehen: Tritt das Rezidiv vor Ablauf von sechs Monaten auf, spricht man von einem «platin-resistenten» Rezidiv. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass die Standardtherapie mit einem Platinderivat und einem Taxan nicht wirksam war. Dauert das rezidivfreie Intervall zwischen sechs und zwölf Monate, wird es als «platin-intermediär-sensitives» Rezidiv bezeichnet. Nach zwölf Monaten handelt es sich um ein sogenanntes «platin-sensitives» Rezidiv.

Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?

Im Rezidiv ist das Ovarialkarzinom in der Regel nicht heilbar. Eine erneute Operation kommt nur selten (und höchstens bei platin-sensitivem Rezidiv) infrage. Meistens darf davon aber kein Nutzen erwartet werden. Die Behandlung besteht in einer Chemotherapie: beim platin-sensitiven Rezidiv meist eine platinbasierte Kombinationstherapie (eventuell in Kombination mit dem Angiogenese-Hemmer Bevacizumab). Im Falle einer Platin-Resistenz wird in der Regel eine Monotherapie beispielsweise mit Topotecan (eventuell in Kombination mit Bevacizumab) empfohlen.
Für die unterschiedlichen Rezidivsituationen gibt es Richtlinien zu den Therapiemöglichkeiten. Die Behandlung des Rezidivs orientiert sich dabei auch an den zu erwartenden Nebenwirkungen der Chemotherapeutika sowie dem Allgemeinzustand der Patientin. Im Vordergrund stehen immer die Erhaltung der Lebensqualität und die Reduktion der Beschwerden.


Therapieschema des Ovarialkarzinom-Rezidivs

PharmaWiki Informationen zu Wirkstoffen:
Karin Storz
freie Journalistin
02.07.2014